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Chronik des Spielmannszug 1951 Heimbach-Weis e.V.

 

 

Spielmannszüge gab es in Heimbach-Weis in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg in den Turnvereinen und in der Feuerwehr, die aber bei Beginn des 2. Weltkrieges ihre Aktivitäten einstellen mußten. Der Ursprung des heutigen Spielmannzuges geht aber in die Zeit des 2. Weltkrieges zurück. Damals war die deutsche Jugend in der sogenannten HJ zusammengeschlossen. In dieser Vereinigung gab es Fanfaren, Spielmanns- und Musikzüge. Weil auch in Heimbach-Weis bei vielen musikliebenden jugendlichen das Bedürfnis bestand, in einer Gemeinschaft zu musizieren, wurde von dem Ortspolizisten Wilhelm Sauer im Jahre 1942 ein Spielmannszug ins Leben gerufen, dem jungen im Alter zwischen 10 und 15 Jahren angehörten. Mit dem Ende des 2. Weltkrieges und dem Zerfall des Dritten Reiches war auch der Spielmannszug nicht mehr existent.

Bei den ehemaligen Jugendspielleuten, denen die Musik mit Trommel und Flöte immer Freude bereitet hatte, blieb jedoch der Gedanke an die Neugründung eines Trommler- und Pfeifercorps wach. So fanden sich denn auch im Jahre 1949, als man in Heimbach-Weis wieder an den Straßenkarneval dachte, trotz des durch die Besatzungsmächte angeordneten Vereinigungsverbotes, Spielleute unter der Stabführung von Werner Blott zusammen, um bei einem Karnevalszug in Heimbach-Weis mitzuwirken. Nach Fastnacht jedoch wurden die Instrumente wieder zur Seite gelegt. Erst im Jahre 1951 wurde erneut die Gründung eines Spielmannszuges erwogen. Marschtrommeln und Querflöten waren noch da, es fehlten aber die teuren Instrumente wie große Trommel und Marschbecken. Da bei den ehemaligen Jugendspielleuten in Engers diese Instrumente noch vorhanden waren, schlug Hans Pauly vor, sich mit diesen Spielleuten zu vereinigen. In Engers akzeptierte man den Vorschlag und so wurde ab Herbst 1951 abwechselnd eine Woche in Engers, die andere Woche in Heimbach-Weis geprobt. Im Karnevalszug 1952 in Heimbach-Weis spielte dann erstmals ein verstärktes Corps. Tambourmajor war Josef Hargarten aus Engers.

Obwohl das Corps bereits im Herbst 1951 die musikalische Arbeit aufgenommen hatte, fand die offizielle Gründungsversammlung erst am 11. April 1952 im Gasthof Hamm, Heimbach-Weis, statt.

Die Versammlung gab auf Vorschlag von Toni Schade dem Verein den Namen "Spielmannszug Rheinklänge Weis". Das erste Geld für die Anschaffung neuer Instrumente stellte der Gesangverein "Rheinperle Weis" zur Verfügung. Im Jahre 1953 erfolgte auf Betreiben des damaligen Vorsitzenden des SSV Heimbach -Weis und dem damaligen Ehrenvorsitzenden des Spielmannszuges, Peter Wagner, der Anschluß an den Sportverein HeimbachWeis. Fortan trug das Corps den Namen "Spielmannszug des SSV Heimbach-Weis". 1967 machte sich der Verein wieder selbständig und nennt sich seitdem "Spielmannszug 1951 Heimbach-Weis".

Im ersten Vereinsjahr hatten die aktiven Mitglieder August Over und Werner Blott die Ausbildung übernommen. Später besuchten regelmäßig einige Spielleute die Proben des damaligen Spielmannszuges des VfL Neuwied. Der Trainer dieses Spielmannszuges, Jakob Weiler, war ein erfahrener Spielmann. Durch sein Können erhielten nun die Spielleute aus Heimbach-Weis ihren ersten Schliff. Die Stabführung hatte im Jahre 1953 Friedel Schulz aus Engers übernommen. Als dem Heimbach-Weiser Bürger Hildulf Bär im gleichen Jahr die Ausbildung des Corps übertragen wurde, ging die musikalische Entwicklung rasch aufwärts. Gar bald wurden auch schon Spielmannszugwettstreite besucht. Schon auf dem ersten Wettstreit in Hausen/Frorath konnte der Lehrmeister aus Neuwied auf den 2. Platz verwiesen werden und zweijahre später wurde der damalige inoffizielle Mittelrheinmeister, der Spielmannszug Dattenberg, auf dem Wettstreit in Leutesdorf geschlagen. Viele Jahre lang sind auf allen Wettstreiten in der Sonderklasse 1. Preise errungen worden. Der Spielmannszug Heimbach-Weis war zu dieser Zeit fast im ganzen Mittelrheingebiet konkurrenzlos. Leider mußte Hildulf Bär aus gesundheitlichen Gründen 1962 sein Amt niederlegen. Sein Nachfolger wurde Werner Blott, der heute noch als Ausbilder fungiert. Stabführer Friedel Schulz hat 1978 sein Amt abgegeben, er wurde zum Ehrenstabführer ernannt. Tambourmajor ist seit dieser Zeit Helmut Engel. Nachdem 1985 der Ehrenvorsitzende Peter Wagner verstarb, wurde Werner Blott zum neuen Ehrenvorsitzenden ernannt. 1. Vorsitzender im Verein wurde im Jahre 1979 Karl -Josef Boden.

Obwohl das Corps keine Konkurrenz zu fürchten braucht und auch in den letzten Jahren auf Wettstreiten erste Plätze belegte, werden Spielmannszugwettstreite nur noch selten besucht. Dafür aber jedes Jahr einige Freundschaftstreffen benachbarter Vereine. Vorstand und Spielleute des Vereins sind der Meinung, daß bei diesen Festen durch fehlenden Erfolgszwang die Atmosphäre unter den Spielleuten lockerer ist und die freundschaftlichen Beziehungen von Verein zu Verein besser gefördert werden.

Nach dem Musizieren mit Trommel und Flöte, Lyra und Schlagzeug hat sich der Verein vor allem die Pflege der Geselligkeit und Kameradschaft zur Aufgabe gemacht. So findet alljährlich im Saalbau "Zum Schwan" eine karnevalistische Veranstaltung, der mittlerweile sehr beliebte und gutbesuchte Lumpenball statt. Außerdem wird, jährlich im wechsel, eine "Fahrt ins Blaue",oder ein Grillfest mit Familienangehörigen und Freunden des Spielmannszuges durchgeführt.

Seit mittlerweile 25 Jahren macht der Verein auch jährlich einen 5tägigen Vereinsausflug.Dieser ging bis vor einigen Jahren regelmäßig mit der Bahn in die schöne Bergwelt Tirols.Durch die mittlerweile günstig gewordenen Flügewurde es dem Spielmannszug nun auch ermöglicht ,ins Ausland zu fliegen.Bis heute ging die Tour schon zweimal nach Mallorca.

Am 01. 04.1999 wählte der Verein bei der Jahreshauptversammlung einen neuen Vorstand.1.Vorsitzender wurde Axel Schneider.

Heute, im Jahre 2001, hat der Spielmannszug 29 aktive Mitglieder, die nicht nur aus Heimbach-Weis, sondern auch aus den Stadtteilen Engers, Anhausen, Neuwied und Block kommen.