Heimbach-Weis
Die beiden Ortskerne von Heimbach und Weis sind im Lauf der Zeit baulich so eng miteinanderverschmolzen, daß die ehedem selbständigen Landgemeinden daraus die kommunalpolitischen Konsequenzen zogen und sich am 1. September 1960 zur Gemeinde Heimbach-Weis vereinigten. Zehn Jahre später ging sie als Stadtteil im neuen Neuwied auf. Zusammen mit dem nicht ganz so eng benachbarten Gladbach, das daher selbständige Gemeinde blieb und auch ein gesonderter Stadtteil wurde, hatten Heimbach und Weis jahrhundertelang, vom hohen Mittelalter bis in die Neuzeit, eine Drei-Orte-Einheit gebildet: ein Kirchspielgericht mit dem Pfarrort Heimbach als Mittelpunkt. Aber kein Kirchspiel gewöhnlicher Art, sondern mehr: Aufrund besonderer historisch-politischer Verhältnisse ein territoriales Unikum, das man einen "Bauernfreistaat" nennen könnte.
Frühgeschichtliche Besiedlung
Zahlreiche Grabhügel im Heimbacher Wald aus der Letenezeit um 1000 bis 500 v. Chr. weisen auf eine vor- und frühgeschichtliche Besiedlung hin, ebenso die vielleicht aus derselben Zeit herrührende, vielleicht auch jüngere sogenannte "Alte Burg" unterhalb des nach ihr benannten Burghofes (erbaut 1855/57) - eine heute kaum noch zu erkennenden Ringwall-Anlage mit Graben und Trockenmauerwerk als Fliehburg in Kriegszeiten für die umliegenden Siedlungen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Heimbach im Jahre 1093 in einer Stiftung des Pfalzgrafen Heinrich III. an die Abtei Maria Laach. Die Stiftung wird 1191 von Kaiser Heinrich VI. bestätigt. Heimbach gehörte zur Grundherrschaft Bendorf, die außerdem auch Engers umfaßte. Auf dem Schönfeld bei Heimbach wurden Gau- und Königsgerichtsverhandlungen abgehalten.
Rechtszersplitterung
Noch im ausgehenden Mittelalter erhielten die Grafen zu Wied wiederholt (1475,1516, 1521) die kaiserliche Belehnung mit dem Schönfelder Hochgericht, können aber davon kaum Gebrauch machen, da sich im Gebiet von Heimbach viele Herren um die Hoheit stritten: Die Grafen von Wied, die von Isenburg als Grundherren, die Äbte von Rommersdorf, die Grafen von Sayn, die Hammersteiner, das Trierer Simeonsstift und die verschiedenen Heimbacher Ortsadelsgeschlechter. Von dieser Rechts- und Besitzzersplitterung profitierte nur einer: die Gemeinschaft der Heimbacher (und Weiser und Gladbacher) Bauern. Sie verstand es, auszunutzen, daß Heimbach altes Reichsgut gewesen und daher König und Reich immer oberster Gerichtsherr war, und sich ergo als "Freiheimgericht", d.h. als unabhängiges Bauernrecht zu behaupten. Im Verein mit anderen, einer Stadt zukommenden Freiheiten wie Marktrecht und Befestigungsrecht errang Heimbach etwas vom Nimbus einer Freien Reichsstadt im Landformat.
Kurtrierscher Besitz
Im 16. Jahrhundert gingen die Rechte der Abtei Rommersdorf und derer zu Wied an Kurtrier, später verpfändeten auch die Isenburger ihre Heimbacher Rechte, und als letzter trat sein 1606 endgültig seine Vogteirechte in Heimbach an Kurtrier ab. Damit war der Kurfürst-Erzbischof alleiniger Herrscher in Heimbach - Das Ende des "Bauernfreistaates".1803 gehörte Heimbach zur Bürgermeisterei Engers und damit zunächst zum Landkreis Koblenz, ab 1822 zum Kreis Neuwied. Seit 1970 ist der Doppelort Heimbach-Weis Stadtteil der neuen Stadt Neuwied.
St. Margarethen-Kirche
Die Heimbach-Weiser Kirche St. Margaretha ist eine grundherrliche Gründung der Isenburger, vielleicht errichtet an der Stelle ihres Heimbacher Burghofes. Die ungewöhnlich starken Hausteinmauern des alten, quadratischen Turmes mit drei ungegliederten Geschossen lassen an die Weiterverwendung eines ursprünglichen Bergfriedes denken, dem man im Obergeschoß nur die Klangarkaden für das Geläut einzubauen und den steilen, achtseitigen, leicht geschraubten Helm aufzusetzen brauchte, um einen Kirchturm zu erhalten.Die Existenz der Kirche wird nicht vor 1204 mit der Erwähnung der Pfarrei Heimbach bezeugt, was allerdings nichts darüber aussagt, wie lange sie vorher schon bestanden hat. Das alte Langhaus wurde 1772 durch einen neuen Saalbau mit Voutendecken und einem im Achteck geschlossenen Choranbau nach Entwurf von Johannes Seitz ersetzt und 1891 um die Seitenschiffe erweitert. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde das Kircheninnere 1963 flach eingedeckt. Immer noch läuten die drei Glocken aus dem 16. Jahrhundert und erklingt die Orgel von 1744 aus der Abtei Rommersdorf.
Abtei Rommersdorf
1117 gegründet, 1125 wieder aufgegeben. 1135 Neugründung mit Prämonstratensern aus Belgien. 1541 wurde nach einer Feuersbrunst das Nordschiff der Kirche niedergelegt und die Arkadenwand vermauert. 1698 - 1792 Erneuerung der Klostergebäude. 1803 verläßt der letzte Abt mit neun Konfratres die Abtei, die im Zuge der Säkularisierung an Nassau-Usingen fällt. 1820 Versteigerung Rommersdorfs an den Freiherrn von Stolzenberg; seitdem Verpachtung als Gutsbesitz.Seit 1972 bemühen sich der "Förderkreis Rommersdorf e.V." und seit 1976 eine daraus entstandene "Stiftung Abtei Rommersdorf" als Eigentümerin um die Erhaltung der kunsthistorisch wertvollen Anlage. Sie wurde 1977 zum Kulturdenkmal von besonderer nationaler Bedeutung erklärt und erlangte den Status eines Welt-Kulturdenkmals. Besichtigung: Von Ostern bis Allerheiligen einschl:An Sonn- und Feiertagen von 11-12 Uhr und 14 -18 Uhr.An anderen Wochentagen Führung nach telefonischer Voranmeldung: 0 26 22 / 8 25 00.
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Aus privater Initiative als "Tierpark Hubertus" Mitte der 60er Jahre in Leben gerufen, ist der Zoo nicht eines der vielen Freigehege für einheimisches Großwild geblieben, sondern zu einem vorbildlich aufgebauten Tierpark geworden - dem einzigen im Mittelrhein-Gebiet, in landschaftlich besonders schöner Lage, mit einem Angebot von überwiegend exotischen Säugern, Kriechtieren und Vögeln, wie es in dieser Fülle sonst nur in Großstadtzoos anzutreffen ist. Den Schwerpunkt bildet die australische Beuteltierwelt mit der größten außerhalb Australiens lebenden Känguruhherde und Seltenheiten wie Beuteltüpfelmarder und Beutelteufel. Großen Zuspruchs erfreut sich die neu geschaffene Seehundanlage.Auch die übrigen Erdteile sind mit typischen wie auch wenig bekannten Tierarten vertreten. In der kurzen Zeit seines Bestehens sind im Neuwieder Zoo schon Geburten und Aufzuchten verschiedener Arten gelungen, wie sie bisher selbst große Zoos kaum aufzuweisen haben. Weltgeltung erlangte er durch die seltene Nachzucht von Geparden, die in einem Freigehege mit Fütterung am Beutesimulator gehalten werden und die natürliche Straußenbrut.Ein Restaurant, Spielplätze, ein Streichelzoo, die Zooschule und vieles mehr runden das Vergnügen eines Zoobesuchs ab.Die internationale Organisation CONSERVATION BREEDING SPECIALIST GROUP (CBSG)listet auf Ihren Internet-Seiten über den Neuwied Zoo unter anderem folgende Daten:Tier-Arten:Vögel: 47 Arten, 417 TiereSaugetiere: 91 Arten, 630 TiereReptilien: 24 Arten, 180 TiereFische: 1 Art, & TiereWirbellose Tiere: 2 Arten, 14 TiereGesamt: 165 Arten, 1247 TiereTäglich geöffnet von 9.00 - 18.00 Uhr. Tel. (0 26 22) 811 66.
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